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Neuster Report

  • Softbank kippt um 20% – SpaceX als Game-Changer – Inflation explodiert und Zentralbanken müssen reagieren – Gold im Sog der Liquiditätsfalle – Irre:  Ölpreis fällt bei Hormuz-Schließung

    Liebe Leser,

    das Highlight ist der Börsengang von SpaceX, den ich aus privaten Gründen für einen früheren Redaktionsschluss in dieser Ausgabe nicht kommentieren kann. Aber: ich bin mir sicher, dass jeder mit Überschuss-Informationen über das historische Highlight informativ überrollt wird. In dieser Woche hat der Sektor der Künstlichen Intelligenz erste Risse bekommen. Vor allem leidet die Aktie vom japanischen Tech-Investor SOFTBANK, die in einer Woche rund 20% an Wert verloren haben und nicht mehr das größte japanische Unternehmen ist. SOFTBANK ist u.a. ein Großinvestor bei OpenAI (ChatGPT), die in diesem Jahr auch den Börsengang anstrebt. Außerdem ist Softbank am Chiphersteller ARM investiert, der im Zuge einer Konsolidierung im Chiphersteller-Segment Abschläge im 2-stelligen Bereich verbuchte.

    Stimmung kommt jetzt wieder bei einem ganz wichtigen Thema – ZINSEN auf. Einschlägig sind jetzt für die kommenden Zinsentscheidungen die Inflationsdaten. Am Donnerstag hat die EZB die Zinsen wie erwartet um 0,25% auf 2,25% angehoben. Ebenfalls am Donnerstag kam die Erzeugerpreis-Inflation in den USA. Die Steigerung ist mit 1,1% gegenüber den erwarteten 0,7% deutlich höher ausgefallen und deutet mit einer bestimmten Verzögerung auf eine Teurungs-Rate bei den Konsumenten-Preisen hin. Auch die Konsumenten-Preis-Inflation ist in den USA höher als erwartet ausgefallen. Alles deutet jetzt darauf hin, dass die lang ersehnte Zinssenkung in den USA tatsächlich in den Akten landet und sogar eine Zinserhöhung wahrscheinlich wird. Ich wiederhole mich: „Es ist ein Katz und Maus-Spiel, das die Zentralbanken verlieren werden.“

    All die oben angesprochenen Faktoren führen inklusive der Liquditäts-Verschiebung durch die neuen IPOs und anstehenden zu Abschlägen in nahezu allen Asset-Klassen. Auch Gold leidet momentan darunter. Und selbst der Ölpreis korrigiert, obwohl die Straße von Hormuz nach dem US-Angriff durch den Iran vollständig gesperrt wurde. Die Finanzmärkte sind also außer Rand und Band. In meiner letzten Premium-Ausgabe vom www.SWISSMONDAY.de habe ich die Goldpreis-Entwicklung wie folgt beschrieben. (Exklusiv heute ein Ausschnitt im kostenlosen Newsletter):

    „Durch die Zinserhöhung wird die Inflation sogar noch geschürt! Der Grund ist nämlich die höhere Belastung der Staats-Schulden, wodurch wieder frisches Geld in die Märkte fließen muss. Außerdem wird der Ölpreis über mindestens mehrere Monate auf sehr hohem Niveau verharren. Diese Auswirkungen treten erst zeitverzögert am Konsumenten und den Märkten auf. Deshalb ist es unausweichlich, dass die nächste Flucht-Welle in Gold kommen muss. Und diese nächste Welle in Gold wird deutlich stärker sein, als die letzte. Genauso, wie die neue Inflations-Welle die Höhe der ersten Welle deutlich übersteigen wird. Jetzt hat die EU eine Inflation von 3% erreicht und ich schätze, dass diese bis Jahresende auf mindestens 6% anzieht. Wer gerade Cash hat, sollte jetzt bei Gold schrittweise in den fallenden Markt zukaufen.“

    Wer 1x lügt, dem glaubt man nicht. Aber der Aktienmarkt glaubt Trump permanent bei den Ankündigungen auf eine Friedens-Vereinbarung mit dem Iran. Dabei sagt Trump eine Stunde später, dass er den Iran in Schutt und Asche bomben werde und die iranische Öl-Insel einnehmen will. Diese Drohung ignoriert der Markt. Es ist wieder Wochenende und ein typischer Zeitraum für die Trump-Laune. Freitags positionieren sich Kumpels und Familien um Trump, um dann das Spielgeld am Montag zur Börseneröffnung einzusammeln. Es ist ein Armutszeugnis für die Kapitalmärkte, wie es zu einem korrupten Casino von Politikern verkommen ist. Wer denkt, dass ich hier übertreibe, sollte meine letzte Ausgabe vom SWISS MONDAY durchlesen. Dort habe ich die Missstände aufgezeigt. Wenn Politik zum Geschäftsmodell wird, dann ist der Gedanke an freie Märkte erledigt und das Volk verraten.

    Wie geht’s an den Börsen weiter?

    Für die künftige Entwicklung an den Aktienmärkten gibt es eine ganze Lawine von Faktoren, die ein Pro & Contra für beide Richtungen begründet. Wahrscheinlich sind die Auswirkungen des Mega-IPOs von SpaceX UND die Entscheidung der US-Zentralbank FED Auslöser für starke Schwankungen. Aber auch der Iran-Krieg bleibt ein heißes Eisen (vor allem über das Wochenende). Parallel läuft die WM in Nordamerika (USA, Kanada, Mexiko) an. Die Private Debts Funds hängen ebenfalls am Tropf und die KI-Unternehmen drehen jetzt von Aktienrückkäufe um, und setzen auf Kapitalerhöhungen. Der Hunger auf die nächsten Milliarden-Investitionen für Rechenzentren nimmt enorm zu. Softbank habe ich als Groß-Investor bereits angesprochen, die jetzt keine Refinanzierung als Zwischenfinanzierer bekommt. Es hängt am seidenen Faden, liebe Leser. Keine Ahnung, wo der „Schwarze Schwan“ liegt, aber eines ist klar: er liegt irgendwo auf der Lauer.

    Ich wünsche ein erholsames Wochenende!

    Ihr
    Rainer Hahn
    Chefredakteur

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